Fünf Stromer für den Urlaub

Geringe Reichweite und ein langsames Ladetempo: Viele Elektroautos sind für lange Strecken nicht geeignet. Doch es gibt auch Gegenbeispiele, mit denen man durchaus auf Urlaubstour gehen kann.

E-Autos sind nicht unbedingt die erste Wahl, wenn es um die Fahrt in den Urlaub geht. Je nach Reiseziel und Routenplanung sind viele Modelle aber durchaus für die Ferientour geeignet. Wichtig sind neben Reichweite und Ladetempo auch Platzangebot, Zubehör und die Leistungsfähigkeit des Navigationsgeräts.

Der Ford Mustang Mach-E ist auch für die Langstrecke geeignet

Ford Mustang Mach-E ER – der Preis-Reichweiten-Sieger

Mit bis zu 610 Kilometern Normreichweite zählt das US-amerikanische Elektro-SUV schon in absoluten Zahlen zur Spitzengruppe. Vor allem, wenn man von den reinen Premium-Anbietern absieht. Anders als diese bleibt der Fünfsitzer allerdings selbst in der reichweitenstarken Extended-Range-Variante klar unter der 60.000-Euro-Grenze. Weitere Pluspunkte als Reiseauto sind das luftige Platzangebot, der im Klassenvergleich trotz Coupé-Design große Kofferraum und die flotte Ladeleistung von 150 kW. Das ziemlich harte Fahrwerk muss man allerdings tolerieren können.

Mercedes eVito Tourer Pro 90 kWh – der Lademeister

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Der Mercedes eVito hat viel Platz. (Foto: Mercedes-Benz)

Wer neben Kleidung und Kinderspielzeug auch Gummiboot und Familiengrill in den Urlaub mitnehmen will, fährt am besten mit einem Bus. Die meisten Modelle bieten allerdings nur sehr knappe Reichweiten. Mit 370 Norm-Kilometern kommt der Mercedes als aktuell einziger im Segment in ferientaugliche Regionen. Mit bis zu 110 kW Ladeleistung ist auch das Nachtanken in erträglicher Geschwindigkeit möglich. Nachteil ist der vergleichsweise hohe Grundpreis von knapp 65.000 Euro.

Porsche Taycan 4 Cross Turismo – der Schnelllader

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Der Porsche Taycan Cross Turismo lädt schnell. (Foto: Porsche)

Mit einer Ladeleistung von 270 kW ist der Elektro-Kombi aktuell der schnellste Stromer an der Steckdose. Zumindest in Deutschland ist das Netz passender Ladesäulen bereits gut ausgebaut, so dass die Geschwindigkeit nicht nur in der Theorie erreicht wird. Die überschaubaren 456 Kilometer Reichweite sind somit hierzulande kein Hindernisgrund für die Fernreise. Schon eher der hohe Preis von gut 94.000 Euro.

BMW iX xDrive50 – die Zugmaschine

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Der BMW iX nimmt mit bis zu 2,5 Tonnen an den Haken. (Foto: BMW)

Lange Zeit gab es überhaupt keine E-Autos mit Anhängerkupplung. Mittlerweile sind zahlreiche Modelle zu haben, bei vielen eignet sich der Haken aber mehr oder weniger nur für die Befestigung eines Fahrrad-Heckträgers. Das Münchner Oberklasse-SUV hingegen kann auch Anhänger bis 2,4 Tonnen ziehen. Die Normreichweite dürfte sich so zwar nicht mehr annähernd erreichen lassen. Da diese aber bei 630 Kilometern liegt, ist einiges an Reserve vorhanden. Problematisch ist eher der Preis von rund 100.000 Euro.

Volvo XC40 Recharge Single – der Vernetzte

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Volvos Kompakt-SUV ist bestens vernetzt. (Foto: Volvo)

Das schwedische Kompakt-SUV bietet neben einem hohen Sicherheitsniveau einen hochwertigen Innenraum in skandinavischem Schick, vernünftige Reichweiten (424 Kilometer) und ordentliche Platzverhältnisse. Zu seinen größten Pluspunkten zählt aber das Infotainmentsystem auf Android-Basis. Die Google-Technik ist schnell und clever, was vor allem bei der Routen- und Ladeplanung über die nahtlos integrierte „Maps“-App angenehm ist. Besonders im Kontrast zu den wenig überzeugenden Elektro-Navis mancher Wettbewerber. Die Preise starten bei knapp 50.000 Euro.

Was sonst noch zu beachten ist

Wer mit einem E-Auto in den Urlaub fährt, muss sorgfältiger planen als bei einer Tour mit Diesel oder Benziner. Innerhalb Deutschlands oder auch in den Niederlanden, Frankreich und Österreich ist das Ladenetz mittlerweile in den meisten Regionen ordentlich ausgebaut, viele Touristenorte haben ebenfalls bereits für Infrastruktur gesorgt. Vor allem in Osteuropa kann die Situation aber deutlich schlechter sein.

Nicht nur in solchen Fällen hilft eine sichere Steckdose an der Urlaubs-Immobilie. Die meisten Hotels bieten inzwischen Ladeplätze, häufig allerdings nur wenige. Bei Ferienhaus-Portalen im Internet lässt sich die Suche mittlerweile häufig auf Unterkünfte mit eigener Ladestation eingrenzen.

Sicherheit mit mobiler Wallbox

Wer keine Ladesäule vor der Tür hat, schafft sich mit einer mobilen Wallbox Sicherheit. Flexibelste, wenn auch teuerste Wahl ist der Juice Booster 2, den es ab rund 850 Euro gibt. Als Zubehör gibt es viele unterschiedliche Adapter für zahlreiche nationale Steckdosen, Camping- und Drehstrom-Anschlüsse. Das lohnt sich vor allem bei häufigeren Fahrten ins europäische Ausland.

Wer vorwiegend an öffentlichen Säulen lädt, sollte sowohl bei Reisen in Deutschland als auch ins Ausland die Tarife checken. Vielleicht lässt sich für den Aufenthalt ein günstiger Vertrag abschließen. In einigen Fällen kann es auch vorkommen, dass vor Ort keine Roaming-Säulen zu finden sind, so dass die deutsche Ladekarte gar nicht funktioniert und man sich frühzeitig nach einer Alternative umsehen sollte.


Quelle: ntv.de, Holger Holzer, sp-x

https://www.n-tv.de/auto/Diese-E-Autos-schaffen-laengere-Strecken-article23244819.html