Fast jeder Fünfte will ein E-Auto

Kaufinteresse an Stromern steigt

Das Interesse der Käuferschaft an Verbrenner-Pkw ist massiv rückläufig. E-Autos hingegen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Aber zugleich wird der Umweltnutzen der Stromer stärker hinterfragt.

Das Interesse an E-Autos steigt bei deutschen Autokäufern weiter. Deutlich weniger gefragt sind hingegen die klassischen Verbrenner-Pkw. Zugleich hinterfragt eine wachsende Zahl der Verbraucher die Umweltfreundlichkeit elektrisch angetriebener Fahrzeuge, wie jüngste Umfrageergebnisse der von der Targobank veröffentlichten Autostudie 2022 zeigen. Seit 2016 beauftragt die Bank das Umfrageinstitut Forsa mit einer jährlichen Autostudie.

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Wirtschaft 16.02.22 Ministerium will einschreiten Ärger über Missbrauch der E-Auto-Förderung

Laut dieser gaben 43 Prozent der Verbraucher an, beim nächsten Autokauf auf einen alternativen Antrieb umsteigen zu wollen. 22 Prozent liebäugeln mit einem Hybridfahrzeug, 17 Prozent mit einem batterieelektrischen Pkw (BEV) sowie 5 Prozent mit einem Wasserstoffauto. Dabei zeigt sich im Vergleich zu früheren Ausgaben der Autostudie ein stark steigendes Interesse an BEVs. Der Wunsch nach einem reinen Stromer lag 2018 noch bei 5 und 20202 bei 8 Prozent.

Deutlich rückläufig ist das Interesse an den Verbrennern. 2018 haben noch mehr als 50 Prozent der Befragten angegeben, sich als Nächstes einen Benziner zulegen zu wollen, in diesem Jahr waren nur noch 22 Prozent dazu bereit. Der Dieselantrieb ist in der Gunst der Autokunden um 1 Prozent mit 11 Prozent gesunken.

Teil der Unentschlossenen steigt

Deutlich angestiegen ist laut Autostudie der Anteil der Unentschlossenen von 12 auf 20 Prozent, was sich unter anderem an einer wachsenden Unsicherheit der Verbraucher zurückführen lässt. So halten zwar 37 Prozent Verbrennungsmotoren für nicht mehr zeitgemäß, jedoch würden noch 66 Prozent aktuell einen Verbrenner einem E-Auto vorziehen.

Diese Zurückhaltung liegt auch an einer wachsenden Skepsis in Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit von E-Autos. Waren 2019 noch 57 Prozent der Befragten der Meinung, diese seien eine ökologische Alternative zum Verbrenner, vertraten 2022 nur noch 44 Prozent diese Ansicht. Die Bedenken gegen E-Autos betreffen vor allem Nachhaltigkeitsaspekte: 57 Prozent bemängeln die Umweltschädlichkeit der Akkus, 42 Prozent deren begrenzte Lebenszeit. Jeweils 64 Prozent führen als Argumente gegen den Kauf eines E-Autos das zu gering ausgebaute Ladesäulennetz und die zu geringe Reichweite an. Für 60 Prozent spricht der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis gegen ein E-Auto.


Quelle: ntv.de, abe/sp-x

https://www.n-tv.de/auto/Fast-jeder-Fuenfte-will-ein-E-Auto-article23195484.html


Erstmals rollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen

Mehr als 50 Prozent dieser Elektrofahrzeuge sind rein batteriebetrieben

Im Juli wurden laut Kraftfahrtbundesamt in Deutschland etwa 57.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Damit erreichen Industrie und Bundesregierung das gemeinsame Ziel, eine Million elektrisch betriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen1. Über die Hälfte davon sind rein elektrische Fahrzeuge, die übrigen sind Plug-In-Hybride sowie Brennstoffzellenfahrzeuge. Deutschland wird somit seinem Anspruch gerecht, Leitanbieter und Leitmarkt für diese wichtige Mobilitätstechnologie zu werden.

© stock.adobe.com/Malte Reiter

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Mit einer Million E-Autos auf deutschen Straßen haben wir einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Unser Verkehr wird unumkehrbar auf erneuerbare Energien umgestellt. Dieses Momentum wollen wir nutzen und werden daher den Innovationsbonus für den Kauf eines E-Autos bis Ende 2025 verlängern. Das Ziel ist, dass E-Mobilität bis 2030 einen entscheidenden Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leistet und unsere Autoindustrie und ihre Beschäftigten die Transformation erfolgreich meistern. Das schafft schon heute neue Wertschöpfung und Beschäftigung, beispielsweise im Bereich der Batteriefertigung.“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Eine Million Elektroautos stehen für millionenfach weniger CO2-Emissionen im Verkehr. Denn sechzig Prozent der Treibhausgasemissionen des Verkehrs in Deutschland entfallen allein auf Pkw. Jetzt müssen wir noch einmal durchstarten, um das Potenzial der Elektromobilität vollends auszunutzen und die Klimaziele bis 2030 auch wirklich zu erreichen. Elektrofahrzeuge sind im Pkw-Bereich die effizienteste klimafreundliche Option, denn sie bringen die eingesetzte Energie ohne Umwege auf die Straße. Wer auf ein Elektroauto umsteigt, spart obendrein Geld. Langfristig ist das Stromladen nämlich billiger als das Tanken an der Zapfsäule. Und die Wartungskosten eines E-Autos sind viel geringer als beim Verbrenner. Nicht zuletzt verursachen Elektrofahrzeuge weniger Lärm und schädliche Abgase und erhöhen so die Lebensqualität in unseren Städten.“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Eine Million Elektrofahrzeuge sind ein erstes, wichtiges Ziel und ich freue mich, dass wir dieses gemeinsam erreicht haben. Um die Klimavorgaben bis 2030 zu erreichen, müssen wir allerdings noch ambitionierter werden: 14 Millionen E-Fahrzeuge bis 2030 muss laut Experten das neue Ziel lauten. Das schaffen wir nur, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Daher unterstützen wir vor allem den Ausbau der Ladeinfrastruktur – im öffentlichen wie auch im privaten Bereich – aber auch Verkehrsträger mit bisher geringer Marktdurchdringung, wie Nutzfahrzeuge und Busse.“

Seit Mitte 2020 hat die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Deutschland einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Das zweite Halbjahr 2020 war geprägt von neuen Rekorden bei den monatlichen Neuzulassungen und allein in den ersten sieben Monaten 2021 wurden mit mehr als 350.000 Elektro-Pkw etwa so viele E-Fahrzeuge neu zugelassen wie im gesamten Jahr 20202. Insgesamt fahren heute auf deutschen Straßen etwa 60 Prozent mehr Elektrofahrzeuge als noch Ende 2020.

Unter den eine Million elektrisch betriebenen Fahrzeugen zählt das Kraftfahrt-Bundesamt 54 Prozent rein elektrische Fahrzeuge und 46 Prozent Plug-In-Hybride.

Der Einsatz von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb ist ein zentraler Hebel zur Reduktion der Treibhausgasemissionen des Verkehrs und somit zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung. Neben den Treibhausgasemissionen sind auch die Luftschadstoffe des heutigen Straßenverkehrs problematisch, vor allem Feinstaub und Stickoxide. Elektroautos haben keine Auspuffabgase, zum Beispiel Stickoxide, und auch Partikelemissionen fallen nur durch Aufwirbelung und Abrieb an (wie bei allen Fahrzeugen), aber nicht zusätzlich durch den Verbrennungsmotor. Elektroautos tragen also dazu bei, dass unsere Städte lebenswerter und sauberer werden.

Förderung der Elektromobilität durch die Bundesregierung

Ausschlaggebend für diese sehr dynamische Entwicklung ist die Einführung der Innovationsprämie am 8. Juli 2020, mit der die Bundesregierung ihre Förderung beim Kauf eines Elektrofahrzeugs verdoppelt hat. Auch das gesamte Maßnahmenpaket mit beständiger Forschungsförderung, dem Ausbau der Ladeinfrastruktur und steuerlichen Maßnahmen hat zu diesem Erfolg beigetragen. Um die Elektromobilität vor dem Hintergrund ihres gesamten Themenspektrums und unter Abdeckung einer vollständigen Wertschöpfungskette voranzubringen, legen die verschiedenen Ressorts jeweils eigene Förderprogramme auf.

Das BMU fördert im Rahmen des Förderprogramms „Erneuerbar Mobil“ Forschungsvorhaben zum Thema Elektromobilität. Darüber entwickelt das BMU ökologische Standards für Elektrofahrzeuge und fördert Forschungsvorhaben zum Recycling von Elektrofahrzeug-Batterien. Außerdem setzt das BMU seit dem Jahr 2020 das im Rahmen des Konjunkturpakets beschlossene Flottenaustauschprogramm „Sozial & Mobil“ um, bei dem die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für Soziale Dienste finanziell unterstützt wird. Ferner fördert das BMU den Einsatz von Elektrobussen im ÖPNV.

Das BMWi verantwortet mit dem Umweltbonus plus Innovationsprämie das Flaggschiffinstrument zur Förderung der Pkw-Nachfrageseite. Im Rahmen des Programms „Elektro-Mobil“ unterstützt das BMWi zudem Synergien zwischen Elektromobilität und Energiesystem sowie den Ausbau der Wertschöpfungsketten der Elektromobilität in der Produktion. Mit der Ladesäulenverordnung regelt das BMWi die zentralen Anforderungen an öffentliche Ladeinfrastruktur. Ein Schwerpunkt in der Industriepolitik des BMWi ist die Förderung des Aufbaus einer heimischen Batteriewertschöpfungskette. Mit zwei „wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse“ (IPCEIs) fördert sie das BMWi erfolgreich mit knapp drei Milliarden Euro. Fördermaßnahmen in den Bereichen Batterietechnologie und Fachkräftesicherung flankieren die beiden Großprojekte.

Das BMVI stellt für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur vielfältige Fördermöglichkeiten bereit. Zum Aufbau von 30.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten, wird in Kürze ein Programm mit 500 Mio. Euro starten. Mit der Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur vor Ort“ wird seit April 2021 außerdem der Aufbau von Ladepunkten an attraktiven Orten des Alltags beschleunigt. Eine weitere Förderrichtlinie zielt auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz und bei Firmenflotten ab. Diese soll noch im Laufe des Sommers starten. Private Ladevorrichtungen werden nach weiterer Aufstockung des Programms mit insgesamt 800 Mio. Euro gefördert.

Des Weiteren schreibt die Bundesregierung das „Deutschlandnetz“ mit mehr als 1.000 Schnellladestandorten aus. Bis Ende 2023 soll überall in Deutschland der nächste Schnellladepunkt in wenigen Minuten erreichbar sein! Zudem existieren vielfältige Fördermöglichkeiten zur verkehrsträgerübergreifenden Flottenelektrifizierung im kommunalen und gewerblichen Bereich, für Forschung und Entwicklung und zur Umstellung von Nutzfahrzeugen und Bussen im Personenverkehr auf alternative Antriebe. Diese betreffen u.a. die „Förderrichtlinie Elektromobilität BMVI“, die kürzlich veröffentlichte „Richtlinie über die Förderung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben, nebst Infrastruktur“ und die im Notifizierungsverfahren befindliche „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“.

Weitere Informationen

BMU-Förderprogramm „sozial & mobil“
BMU-Förderprogramm „Erneuerbar mobil“
BMWi-Förderung von Forschung und Entwicklung zur Elektromobilität
BMWi-Aktivitäten zur heimischen Batteriezellfertigung
BMWi-Überblicksartikel zur Förderung der Elektromobilität
BMVI-Förderung Ladeinfrastruktur
BMVI-Förderrichtlinie Elektromobilität
BMVI-Förderrichtlinie Nutzfahrzeuge
BMVI Förderung Busse im Personenverkehr

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1 Elektrofahrzeuge (inkl. Nfz, Busse, ohne Krafträder) im Bestand, Bezug zum Gesamtbestand am 1.1.2021 und unter Berücksichtigung der Neuzulassungen von Januar bis Juli (Abmeldungen nicht berücksichtigt).

2 Fokus Elektro-Pkw, Berücksichtigung der Neuzulassungen der Monate Januar bis Juli 2021.


Quelle: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2021/08/20210802-erstmals-rollen-eine-million-elektrofahrzeuge-auf-deutschen-strassen.html


Deutsche Hersteller dominieren heimischen E-Auto-Markt

Neuzulassungen 1. Halbjahr

Die erhöhte deutsche „Umweltprämie“ für den Kauf von E-Autos und Plug-in-Hybriden hat den Absatz solcher Fahrzeuge kräftig angeschoben. Profitiert haben davon im ersten Halbjahr 2021 vor allem deutsche Automarken.

Stromer-Sieg für VW: Die Kernmarke der Wolfsburger verkaufte im ersten Halbjahr in Deutschland die meisten Batterie-Elektroautos (im Bild der VW ID.4) und Plug-in-Hybride. Foto: Matthias Rietschel / REUTERS

Bei den Neuzulassungen von reinen Stromern und Plug-in-Hybriden im ersten Halbjahr belegen deutsche Automarken die Plätze eins bis vier, wie eine Auswertung aktueller Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigt. Erst auf Rang fünf folgt mit Renault eine französische Automarke.

Unumstrittene Nummer eins ist Volkswagen mit 59.127 Elektro-Neuzulassungen im ersten Halbjahr. Das sind knapp 19 Prozent Marktanteil bei Batterie-Elektroautos und Plugin-Hybriden – und damit etwas weniger als der Anteil der Wolfsburger im Gesamtmarkt.

Allerdings verkauft die Marke VW nach wie vor deutlich mehr Autos mit Benzin- oder Dieselmotor: Insgesamt kam VW von Januar bis Juni 2021 auf 276.486 Neuzulassungen. Reine Elektroautos und Plugin-Hybride machten also im ersten Halbjahr 21,3 Prozent der gesamten VW-Neuzulassungen aus.

Dahinter folgt Mercedes-Benz mit 33.918 reinen Stromern und Plug-in-Hybriden im ersten Halbjahr. BMW kam mit 28.663 solcher Fahrzeuge vor Audi mit 24.569 Stromer-Neuzulassungen. Ihre Anteile im elektrifizierten Markt sind jeweils etwas höher als im Gesamtmarkt.

Anders als Volkswagen, bei dem reine Stromer dominieren (35.923 Stromer, 23.204 Plug-in-Hybride im ersten Halbjahr), geht bei den drei Wettbewerben das Gros allerdings auf das Konto von Plug-in-Hybriden.

Betrachtet man nur batteriebetriebene reine Elektroautos liegt VW mit 35.923 klar vor Tesla mit 13.768 und Smart mit 12.252. Bei Plug-in-Hybriden führt Mercedes-Benz mit 29.882 vor VW mit 23.204 und BMW mit 22.011. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr gut 312.000 reine Elektroautos und Plug-in-Hybride in Deutschland neu zugelassen. Das war jeder vierte bis fünfte Wagen.

wed/dpa-afx


Quelle: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/elektroauto-zulassungen-deutsche-autohersteller-dominieren-heimischen-markt-im-ersten-halbjahr-2021-a-ae43fd48-19cc-46b9-8ad3-882a79062d7a


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