37 Prozent billiger als Diesel: So günstig sind E-Auto-Verbrauchskosten

Die Energiepreise steigen unaufhörlich. Alle großen Ladesäulen- und Ladekarten-Anbieter haben in den letzten Monaten die Preise erhöht. Noch viel stärker sind aber die Preise für Benzin und Diesel in die Höhe geschossen. E-Autos sind deshalb mehr denn je die günstigere Option, um von A nach B zu kommen. EFAHRER.com hat für Sie von sechs Top-E-Modellen die Stromkosten auf 100 Kilometer berechnet.

Tankstellenkunden werden zur Zeit ganz schön zur Kasse gebeten. Laut ADAC liegt der aktuelle Spritpreis bei 2,08 Euro pro Liter für Benzin (Super E10) und bei 2,17 Euro pro Liter für Diesel.

Berechnet man die Literpreise für Sprit mit dem Durchschnittsverbrauch von Verbrennern auf 100 Kilometer, ergeben sich stolze Kosten für die Standard-Distanz. Einige Beispiele:

  • Für einen VW Golf 7 zahlen Sie bei den aktuellen Spritpreisen rund 13,94 Euro für Benzin pro 100 Kilometer.
  • Bei einem VW Passat Diesel kostet Sie dieselbe Strecke knapp 13,45 Euro.
  • Mit einem BMW X3 zahlen Sie noch mehr: 14,32 Euro kostet die Diesel-Version auf 100 Kilometer und satte 18,51 Euro sind es beim Benziner.

Mit einem Stromer sind Sie derzeit weitaus günstiger unterwegs, die Kosten, die durch den Strom entstehen, sind deutlich niedriger als die Spritkosten. Für eine 100 Kilometer lange Fahrt zahlen Sie aktuell bis zu zehn Euro weniger.

Für sechs verschiedene E-Autos haben wir die Kosten für 100 Kilometer Fahrt berechnet. Dafür haben wir den durchschnittlichen kWh-Verbrauch unserer Testmodelle mit den Stromkosten pro kW verrechnet.

Die Stromkosten haben wir berechnet, indem wir ausgerechnet haben, wie hoch die Anteile der Ladearten sind. Statistiken zufolge beliefern heimische Wallboxen den Strom für E-Autos zu 77 Prozent. Aktuell kostet Haushaltsstrom nach Angaben von Verivox durchschnittlich 39 Cent pro Kilowattstunde. Die restlichen 23 Prozent des Stroms für E-Autos werden über Schnellladestationen unterwegs bezogen. Dort haben wir mit 59 Cent pro kWh gerechnet. Nun haben wir diese beiden Strompreise in ihren Anteilen miteinander verrechnet. Heraus kommt ein Strompreis von 42,06 Cent pro kWh, mit dem wir hier rechnen.

Damit haben sich für verschiedene Elektromodelle unterschiedliche Preise ergeben. Einige E-Autos kosten Sie sogar weniger als acht Euro pro 100 Kilometer.

Platz 1: VW e-up

Mit dem VW e-up zahlen Sie aktuell 7,07 Euro pro 100 Kilometer. Der Durchschnittsverbrauch des kleinen Stromers liegt bei 16,8 kWh. Damit sind Sie mit dem beliebten Stadtflitzer mindestens einen  Euro günstiger unterwegs als mit der Verbrennervariante. 

Locker 200 Kilometer Reichweite können Sie mit dem Kleinwagen von VW im Winter zurücklegen. Im Sommer schaffen Sie damit auch bis zu 300 Kilometer. Aufgeladen ist das E-Auto an der heimischen Wallbox innerhalb von etwa 4,5 Stunden.

Der kleine Stromer von VW überzeugt allerdings nicht nur mit seinem guten Verbrauch. Er bietet für seine Größe auch viel Platz. Der Kofferraum umfasst 250 Liter. Außerdem bietet der Kleinwagen ein Infotainment über das Smartphone an – mit Möglichkeit zur Bluetooth-Kopplung, USB-Anschluss und Handyhalterung.

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Platz 2: Hyundai Ioniq

Nicht weit hinter dem e-up liegt der Hyundai Ioniq. Mit dem koreanischen Stromer kosten Sie 100 Kilometer Fahrt aktuell nur 7,49 Euro. Dieser Preis errechnet sich über den durchschnittlichen Verbrauch des Ioniq, der bei 17,8 kWh liegt.

Mit dem Stromer kommen Sie auf der Autobahn etwas mehr als 200 Kilometer weit. Innerhalb von einer Dreiviertelstunde ist der Ioniq dann wieder auf 80 Prozent aufgeladen.

Der flache Stromer bietet Ihnen viel Platz und einen Kofferraum mit 350 Liter Fassungsvermögen. Angetrieben wird der Ioniq von einem 100 kW starken Motor, der auf die Vorderachse wirkt.

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Platz 3: Tesla Model 3

Auch mit dem Basismodell des Tesla Model 3 sind Sie für günstige 8,33 Euro pro 100 Kilometer sparsam unterwegs. Das ergibt sich über den guten Durchschnittsverbrauch des Stromers, der bei knapp unter 20 kWh liegt. Damit können Sie auf Landstraßen und in der Stadt über 330 Kilometer weit fahren und auf der Autobahn rund 280 Kilometer. Nach rund vier Stunden laden Sie den Tesla Model 3 an Ihrer Wallbox daheim wieder auf 80 Prozent auf.

Das Basismodell ist mit Assistenz-Systemen und großem Zentral-Display genauso ausgestattet wie die Modelle Long Range und Performance. Außerdem bietet es Ihnen rund 220 kW (300 PS – genaue Angaben macht Tesla nicht) einen odentlichen Antrieb, mit dem Sie innerhalb von sechs Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

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Platz 4: Skoda Enyaq

Das tschechische SUV kostet Sie aktuell rund 8,56 Euro auf 100 Kilometer und ist damit um 37 Prozent günstiger unterwegs als der konventionelle Passad Diesel. Das schafft der Enyaq aufgrund seines guten Durchschnittsverbrauchs von knapp 20,3 kWh. Wenn Sie sparsam fahren, kommen Sie mit dem Skoda Enyaq rund 400 Kilometer weit, ohne Autobahn schafft das SUV sogar 430 bis 480 Kilometer Reichweite. An einer Wechselstromwallbox laden Sie den Tschechen innerhalb von sechs Stunden auf 80 Prozent auf. Möchten Sie den Enyaq schneller laden geht das zu einem Aufpreis von 500 Euro mit einer Ladeleistung von 125 kW an einer Schnellladesäule innerhalb einer Stunde auf 80 Prozent.

Das E-SUV ist ein echtes Raumwunder. Im Innenraum haben bis zu fünf Personen bequem Platz und der Kofferraum fasst 585 Liter. Außerdem bietet der Enyaq viele Stau- und Nutzflächen und Sie können sich beim Fahren zwischen fünf verschiedenen Fahrmodi entscheiden.

EFAHRER.com hat den Enyaq ausführlich getestet. Hier geht es zum Testbericht. Skoda Enyaq iV 80 (2021) 43.950 € › Elektro › 536 km Reichweite › 0 g/km CO2 › 6 Monate Lieferzeit (mehr Details)

Platz 5: Cupra Born / VW ID.3

Mit dem Cupra Born zahlen Sie aktuell etwa 8,71 Euro pro 100 Kilometer. Das ergibt sich aus dem Durchschnittsverbrauch des Stromers von 20,7 kWh.

Mit dem Born kommen Sie je nach Fahrweise zwischen 300 und 350 Kilometer weit. Auf der Autobahn verringert sich die Reichweite auf etwas mehr als 255 Kilometer. Aufladen können Sie den Cupra Born an einer 11kW-Wechselstrom Wallbox innerhalb von knapp 5,5 Stunden.

Hier lesen Sie unseren Testbericht zum Cupra Born. CUPRA Born (58 kWh) 37.220 € › Elektro › 427 km Reichweite › 0 g/km CO2 › 3 Monate Lieferzeit (mehr Details)

Der VW ID.3 ist praktisch ein Zwilling des Cupra Born. Auch er hat einen 58-kWh-Akku. Durchschnittlich verbraucht der ID.3 mindestens 19 kWh. Damit errechnet sich ein Preis von rund 8,10 Euro pro 100 Kilometer.

Lesen Sie mehr zum VW ID.3 in unserem Testbericht. VW ID.3 Pro Performance (58 kWh) 36.960 € › Elektro › 426 km Reichweite › 0 g/km CO2 › 10 Monate Lieferzeit (mehr Details)

Platz 6: Hyundai Ioniq 5

Dieser Stromer schneidet am teuersten ab: Für rund 9,95 Euro pro 100 Kilometer fahren Sie mit dem Ioniq 5. Das liegt an seinem recht hohen Durchschnittsverbrauch, der rund 23,4 kWh beträgt. Damit fahren Sie auf der Autobahn nur etwa 260 Kilometer weit.

Beim Aufladen punktet der Ioniq 5 mit starken Ladeleistungen. An 800-Volt-Schnelladern laden Sie das koreanische Kompakt-SUV innerhalb von weniger als 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent auf. Außerdem hat der Hyundai Ioniq 5 einen großen Innenraum und einen Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 531 Litern.

Wir haben den Ioniq 5 für Sie getestet. Hier lesen Sie den ausführlichen Bericht. Hyundai IONIQ 5 (58 kWh) 2WD 41.900 € › Elektro › 400 km Reichweite › 0 g/km CO2 › 7 Monate Lieferzeit (mehr Details)

So haben wir den Verbrauch berechnet

Für den durchschnittlichen Verbrauch der E-Autos haben wir den Mittelwert von Stadt-, Land- und Autobahnfahrt aus unseren Tests ermittelt.

Den durchschnittlichen Verbrauch haben wir dann mit dem jeweiligen Strompreis verrechnet. Dieser liegt unseren Rechnungen zufolge aktuell bei 42,06 Cent pro kWh. Dafür haben wir mit einem Strompreis von 39 Cent pro kWh für Haushaltsstrom gerechnet. Diesen Wert gibt Verivox für das Jahr 2022 bisher an. Außerdem haben wir mit einem Preis von 59 Cent pro kWh an Schnellladesäulen gerechnet.

Hinweis: An städtischen Wechselstrom-Ladesäulen kostet der Strom durchschnittlich ca.  49 Cent pro kWh. Wenn Sie keine eigene Lademöglichkeit haben, informieren Sie sich am besten, welche Preise an Ihren nächstgelegenen Ladepunkten tatsächlich fällig werden. Damit können Sie die Kosten pro 100 km hochrechnen.

Statistiken zufolge beziehen E-Autofahrer den Strom für ihre E-Autos zu 77 Prozent aus Haushaltsstrom und zu 23 Prozent aus Schnelladesäulen. Daher haben wir den endgültigen Strompreis für unsere Rechnungen über diese Anteile berechnet. Das Ergebnis sind die oben genannten 42,06 Cent pro kWh.

Beispiel: Kosten für 100 Kilometer beim Cupra Born

Hier berechnen wir nun beispielhaft den Strompreis für 100 Kilometer am Cupra Born. Der Born hat einen durchschnittlichen Verbrauch von 20,7 kWh auf 100 Kilometer. Das ergibt sich aus dem Mittelwert seiner Verbrauchswerte von 24,1 kWh auf der Autobahn, 19,7 kWh in der Stadt und 18,5 kWh über Land.

Den Durchschnittswert 20,7 kWh multiplizieren wir nun mit dem Strompreis pro kW (42,06 Cent) und teilen das Ergebnis schließlich durch hundert. Dadurch ergibt sich ein Preis von 8,71 Euro für eine 100 Kilometer lange Fahrt.

Weitere Tipps zum Stromsparen

Nicht nur das E-Auto-Modell spielt eine Rolle für die Stromkosten, sondern auch die Fahrweise und Nutzung des Fahrzeugs.

Aufgrund der aktuell recht hohen Strompreise bietet es sich an, auch beim Fahren Ihres Stromers aus Sparsamkeit zu achten. Es gibt einige Tipps, wie Sie die Stromkosten Ihres E-Fahrzeugs senken beziehungsweise niedrig halten können:

  • Nutzen Sie den Eco-Modus.
  • Schalten Sie Klimaanlage und Heizung aus, wenn nicht unbedingt nötig.
  • Nutzen Sie auch die Bremsenergie (Rekuperation), mit der können Sie Energie zurückgewinnen.
  • Checken Sie regelmäßig Ihren Reifendruck.
  • Fahren Sie vorausschauend und lassen Sie das Auto so viel wie möglich rollen.
  • Verzichten Sie auf hoche Autobahn-Geschwindigkeiten: 120 statt 140 km/h sparen bei Elektroautos meist über 20 Prozent Strom ein.

Über die Fahrweise lassen sich im Mittel meist leicht 15 bis 20 Prozent Strom einsparen. Ihre Rechnung kann damit noch günstiger werden.

E-Auto vs. Benziner oder Diesel: Der Kostenrechner

Mit unserem Kostenrechner finden Sie heraus, wie viel Geld Sie sich sparen, wenn Sie statt einem Benziner oder Diesel einen Stromer fahren. Sie sehen auch, nach welcher Zeit sich der Kauf eines E-Autos lohnt.

Dafür wählen Sie aus den Autos mit Verbrennermotor und aus den E-Autos je eins aus, die Sie miteinander vergleichen möchten. Beim Verbrenner können Sie dabei noch auswählen, ob es sich um einen Benziner oder Diesel handelt.

Dann geben Sie eine jährliche Laufleistung ein und die aktuellen Sprit- und Stromkosten. Der Kostenrechner berechnet Ihnen dann die Ersparnis an jährlichen laufenden Kosten, die Ersparnis an Kosten pro Kilometer und die Gesamtersparnis der Kosten über zehn Jahre. Schließlich sehen Sie auch, nach wie vielen Jahren Sie mit dem ausgewählten E-Auto Gewinn machen würden.

Außerdem können Sie mit dem Rechner auch den groben Preis für 100 Kilometer von einem Verbrenner mit einem Stromer vergleichen. Das geht, indem Sie bei jährlicher Laufleistung 100 Kilometer angeben und den aktuellen Benzin- oder Dieselpreis sowie den Strompreis eingeben.


Quelle: efahrer.com

https://efahrer.chip.de/news/37-prozent-guenstiger-als-diesel-so-guenstig-sind-e-auto-verbrauchskosten_107570